Murphy‘s Gesetz und Gastronomen mit „guten“ Manieren!

7. January 2012

Heute war dann wohl einer dieser Tage, an denen Murphy‘s Gesetz nicht nur zuschlägt, sondern der Meinung ist, sich im Laufe des Tages zu steigern und dies voll auszukosten. Es lies sich selbstverständlich auch nicht von unserer guten Laune beeindrucken, hätte es dass, würde man wohl nicht von Murphy‘s Gesetz sprechen. Ihr wisst schon, alles was schief gehen kann, wird auch schief gehen und so kam es dann auch.

Der Morgen begann eigentlich recht hoffnungsvoll. Wenn man bedenkt, dass wir fotografieren gehen wollten und die Sonne wenigstens vereinzelt durch die Wolken lugte. Es war trocken, immerhin etwas. Jedenfalls war es solange trocken, bis wir uns trauten das Haus zu verlassen. Kaum bewegten sich unsere Füße aus überdachtem Terrain hinaus, bäm, die Tropfen fielen. Erstmal jedenfalls nicht genug um aufzugeben. Jedenfalls wurde es noch ein schöner Spaziergang. Ach ja, nach unserer Fototour wollten wir uns eine Ausstellung anschauen. Soweit so gut, genau 20m vor dem Ziel war es mit den vereinzelten Tropfen vorbei! Regenguss und Sturm war angesagt. Yeahh, das brauchten wir jetzt.

Wir befinden uns übrigens in Erfurt, genauer am Juri-Gagarin-Ring 140a. Hier ist das Museum für Thüringer Volkskunde. Daneben eine kleine Gaststätte, auf die ich noch zu sprechen komme. Binnen Sekunden fühlten wir uns wie zwei begossene Pudel, aber da war es ja endlich: das Museum und die Ausstellung und die Hoffnung auf ein trockenes Plätzchen. Doch nix da, wir öffneten die Eingangstür und eine freundliche Dame teilte uns noch freundlicher mit, die Öffnungszeiten haben sich geändert, nur noch bis 17 Uhr. Ein Blick auf die Uhr, es war 16:45 Uhr! Nee oder? Das Internet ist auch nicht mehr das, was es einmal war, Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr. Grml.

Ok wieder hinaus. Na wenigstens noch nebenan einen Kaffee trinken. Nix da, trotz des strömenden Regens, des Sturms, winkt Murphy fleißig weiter mit dem Gesetz – Türe zu. Ok, wenigstens unterstellen, bis der Sturm vorbei war. Und jetzt wird es interessant, also bitte genau lesen! Da kommt einer in mittelalterlicher Kleidung, im 21. Jahrhundert schon etwas außergewöhnliches, auf uns zu. Murmelt was von, „Nee nee, der hat nicht zu, sondern wie immer noch nicht aufgemacht…“, der Herr klingelt. Nagut, vielleicht besteht ja doch noch die Chance auf einen Kaffee. Die Tür geht auf, warmes Licht, die Hoffnung steigt. Der Mittelalter-Typ (nenne ich so, weil Name unbekannt) geht hinein, die Tür bleibt offen. Sollen wir? Sollen wir einen Schritt hinein machen? Und da kommt er schon, der Wirt! „Gehört ihr auch dazu?“ Wie jetzt? Wozu sollen wir gehören? Zu den begossenen Pudeln auf jeden Fall. „Nein“ rutscht uns heraus, „Wir wollten nur einen Kaffee trinken.“ „Näääääääää…!“, schallt es uns unfreundlich zurück, rums die Tür fliegt wieder zu… ungeachtet unseres nassen Zustandes und dem fleißig niedergehenden Regen. Keine Frage, ob man sich kurz unterstellen will oder eine Bitte hereinzutreten. Ok, uns dürfte der Laden zum letzten Mal gesehen haben! Auch bei schönem Wetter nicht, selbst wenn wir wegen 40 Grad im Schatten an Dehydration leiden sollten.

Keine Ahnung wie der Besitzer heißt, jedenfalls bekommen mich keine zehn Pferde mehr in die Museumsgaststätte am Juri-Gagarin-Ring 140a. Die beste Strafe ist immer noch die Ignoranz, erst recht bei solch asozialem Verhalten.

Mittlerweile sind wir wieder zuhause, hier ist es trocken, warm und auch unsere Stimmung ist toll. Murphy‘s Gesetz sollte damit erst mal erfüllt sein und vielleicht, die Hoffnung ist immer noch da, macht es erst einmal eine Pause.

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